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Gallenrückstau beim Hund: Symptome und Fachbegriffe

Ein Gallenrückstau beim Hund ist eine ernste gesundheitliche Störung, bei der die Gallenflüssigkeit nicht mehr ungehindert von der Leber über die Gallenwege in den Darm abfließen kann.

Welche Bezeichnungen gibt es?

Der korrekte medizinische Fachbegriff für einen Gallenrückstau lautet Cholestase (abgeleitet von den griechischen Wörtern chole für Galle und stasis für Stillstand).

Im Sprachgebrauch von Tierärzten und in der Fachliteratur wird das Krankheitsbild auch wie folgt genannt:

  • Gallenstau oder Gallenstauung
  • Biliäre Obstruktion (wenn eine mechanische Blockade, z. B. durch Gallensteine, vorliegt)
  • Ikterus (Gelbsucht – dies beschreibt genau genommen das Leitsymptom, wird aber oft synonym für die zugrundeliegende Störung verwendet)

 

Die wichtigsten Symptome beim Hund

Wenn die Galle nicht abfließt, gelangt der Gallenfarbstoff (Bilirubin) ins Blut und Gewebe. Das führt zu typischen klinischen Anzeichen:Cholestase: Symptome und Therapieansätze

Gallenrückstau (Cholestase) beim Hund: Symptome und Therapieansätze

Wenn beim Hund die Gallenflüssigkeit nicht mehr ungehindert von der Leber in den Zwölffingerdarm fließen kann, spricht man medizinisch von einer Cholestase (Gallenrückstau). Dieses Krankheitsbild, umgangssprachlich auch Gallenstau genannt, stellt eine ernste Belastung für den Hundeorganismus dar und erfordert schnelles Handeln.

Typische Symptome erkennen

Ein Rückstau der Galle führt dazu, dass Abbauprodukte wie das Bilirubin nicht ausgeschieden werden, sondern sich im Körper anreichern. Tierhalter können dies an folgenden Anzeichen erkennen:

  • Gelbsucht (Ikterus): Die Schleimhäute im Maul sowie das Weiße der Augen verfärben sich gelblich.
  • Veränderter Ausscheidung: Der Urin wird auffallend dunkel (bierbraun), während der Kot durch den fehlenden Gallenfarbstoff hell, lehmfarben oder grau erscheint.
  • Schmerzsymptome: Betroffene Hunde zeigen oft Bauchschmerzen, krümmen den Rücken oder nehmen die typische „Gebetshaltung“ (Vorderkörper flach, Hinterteil angehoben) ein.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Anhaltendes Erbrechen, Übelkeit, Futterverweigerung und ein fettiger Durchfall treten häufig auf.
  • Schwäche und Juckreiz: Der Hund wirkt apathisch, matt und leidet durch die im Körper zirkulierenden Gallensäuren oft unter starkem Juckreiz.

Schulmedizinische Behandlung (Tiermedizin)

Ein akuter Gallenstau ist ein tiermedizinischer Notfall. Nach einer exakten Diagnose mittels Blutuntersuchung und Ultraschall leitet der Tierarzt folgende Schritte ein:

  • Flüssigkeitstherapie: Intravenöse Infusionen stabilisieren den Kreislauf und helfen, Giftstoffe auszuspülen.
  • Medikamente: Der Wirkstoff Ursodeoxycholsäure (UDCA) wird eingesetzt, um den Gallenfluss anzuregen und die Leber vor toxischen Gallensäuren zu schützen.
  • Chirurgie: Liegt eine mechanische Blockade vor (z. B. durch Gallensteine oder Schleimansammlungen in der Gallenblase), ist oft eine operative Entfernung der Gallenblase notwendig.

Naturheilkunde, Homöopathie und Isopathie

Naturheilkundliche Ansätze können die tierärztliche Behandlung sinnvoll unterstützen, sofern kein vollständiger, mechanischer Verschluss der Gallenwege vorliegt.

  • Ernährung und Pflanzenheilkunde: Eine streng fettarme Schonkost entlastet das System. Pflanzliche Extrakte aus der Mariendistel (Silymarin) schützen die Leberzellen. Artischocke und Löwenzahn unterstützen den Gallenfluss, dürfen jedoch nur bei freien Gallenwegen verabreicht werden.
  • Homöopathie: In der klassischen Tierhomöopathie kommen Mittel wie Carduus marianus (bei Leberschäden und Gelbsucht), Chelidonium (bei Stauungen im Gallensystem) oder Nux vomica (bei starkem Erbrechen und Übelkeit) zum Einsatz.
  • Isopathie: Nach den Prinzipien der Isopathie werden spezifische Präparate (häufig auf Basis ausgewählter Pilzkulturen wie Mucor mucedo) genutzt, um das innere Milieu zu regulieren, Entzündungen der Gallenwege zu lindern und den Gewebestoffwechsel anzuregen.
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