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Die Isopathie ist ein komplementärmedizinisches Heilverfahren, das auf dem Prinzip „Aequalia aequalibus curentur“ („Gleiches wird mit Gleichem geheilt“) beruht. Im Gegensatz zur klassischen Homöopathie („Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“) werden in der Isopathie aufbereitete Krankheitserreger, Stoffwechselprodukte, oder körpereigene Substanzen genutzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers gezielt anzuregen. Dabei ist es auch möglich anderweitige Substanzen im Bereich der Isopathie zu nutzen.
Beim Hund setzen wir die Isopathie vor allem zur Regulation des Immunsystems und bei chronischen sowie wiederkehrenden Beschwerden ein.
Funktionsweise und Wirkprinzip beim Hund
Die Grundidee geht maßgeblich auf den Biologen Günther Enderlein zurück. Nach seinen Theorien leben Mikroorganismen in einer Symbiose mit dem Wirt Organismus- in diesem Fall also dem Hund.
Gerät dieses Gleichgewicht – etwa durch Stress, falsche Ernährung, Medikamente oder Umweltgifte aus der Balance, können sich harmlose Mikroformen in Krankheitserreger wandeln.
Isopathische Arzneimittel enthalten stark verdünnte (potenzierte) Bruchstücke von Pilzen, Bakterien oder organischem Gewebeso wie anderen Substanzen. Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Erreger mehr, setzen aber ein immunologisches Signal im Körper des Hundes:
- Inaktivierung von Erregern: Die zugeführten Substanzen sollen krankmachende Formen im Körper an sich binden und abbauen.
- Regulation des Milieus: Das innere Milieu (Säure-Basen-Haushalt, Darmflora, Bluteiweiße) wird stabilisiert.
- Aktivierung der Abwehr: Das Immunsystem lernt, spezifische Reize wieder angemessen zu verarbeiten.
Hauptanwendungsgebiete beim Hund
In der naturheilkundlichen Veterinärpraxis findet die Isopathie vor allem bei chronischen Systemerkrankungen Anwendung:
- Magen-Darm-Erkrankungen: Gestörte Darmflora (Dysbiose), wiederkehrender Durchfall, entzündliche Darmerkrankungen (IBD).
- Haut- und Fellprobleme: Chronischer Juckreiz, Allergien, CMAS,Pilzinfektionen (z. B. Malassezien), Histaminintoleranz oder schwer heilende Wunden.
- Ohrenentzündungen (Otitis externa): Besonders bei rezidivierenden Bakterien- oder Hefepilzinfektionen im Gehörgang ist die Isopathie eine hervorragende Anwendung.
- Gelenk- und Bewegungsapparat: Unterstützend bei Arthrose, Spondylose oder rheumatischen Prozessen.
- Ausleitung und Entgiftung: Nach Impfungen, Wurmkuren, Narkosen oder langjähriger Gabe von Antibiotika und Kortison kann neben einigen anderen Produkten auch die Isopathie sehr hilfreich sein.
Formen und Verabreichung
Die Anwendung beim Hund erfolgt meist schmerzfrei und unkompliziert:
- Tropfen/Globuli: Werden direkt über das Maul verabreicht oder unter das Futter gemischt.
- Einreibungen: Flüssige Isopathika (z. B. auf Pilzbasis) werden häufig in die dünne Haut der Ohrinnenseite oder in die Bauchregion eingerieben.
- Injektionen: Durch eine Tierheilpraktikerin oder einen ganzheitlich arbeitenden Tierarzt direkt unter die Haut (subkutan).
Wissenschaftlicher Kontext
Die Isopathie gehört zu den alternativen Heilmethoden. Aus Sicht der evidenzbasierten Schulmedizin fehlen ausreichend wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit über den Placebo- (bzw. Placebo-by-Proxy-) Effekt hinaus belegen. Viele Tierhalter und ganzheitlich orientierte Tierärzte berichten jedoch von guten klinischen Erfolgen, insbesondere bei chronischen Fällen, bei denen konventionelle Therapien an ihre Grenzen gestoßen sind.
